HörMöwe 2011 verliehen
28.11.2011
v. l.: F. Toelsner, D. Mohapt, Dr. I. Klaßen, H. Bülow
Zum 13. Mal wurde am vergangenen Sonnabend, d. 26. Nov. 2011, im OK Lübeck der
Bürgerradiopreis
HörMöwe vergeben, um den sich Bürgerradiomacher
aus Hamburg und Schleswig-Holstein beworben hatten. Mit genau 80
Beiträgen gab es in diesem Jahr eine Rekordbeteiligung der
ehrenamtlichen Produzentinnen und Produzenten bei TIDE 96,0, FSK
93,0, Kiel FM, Westküste FM und OK Lübeck 98,8. Die Preisverleihung
war in Lübeck, Kiel, an der Westküste und in Hamburg live zu hören.
Insgesamt 14 Beiträge wurden mit Preisen ausgezeichnet.
v.l.: D. Mohaupt, H. Bülow, Dr. I. Klaßen
Die
Jury war fachkundig und prominent besetzt:
Dietrich Mohaupt,
Landeskorrespondent des Deutschlandfunks in Kiel, diskutierte mit
Hauke Bülow von der Regiocast Nachrichten in Kiel und der Lübecker
Wissenschaftsmanagerin
Dr. Iris Klaßen, ab 14.30 über die
Preisträger. Sie hatten in den Tagen davor schon ein wahres
Mammutprogramm durchgehört, schließlich hatten die Vorjurys bis zu
7 Beträge in einer Kategorie nominiert.
Aufgrund des hervorragenden
Eindrucks, den ein Hörspiel hinterlassen hatte, schuf die Jury noch
den Preis "Prädikat besonders wertvoll 2011", mit dem der beste
Beitrag über alle Kategorien hinweg ausgezeichnet wurde. Darüber
konnte sich die Travenbrücker Hörspielautorin
Tina Becker freuen,
die mit "Die Lübecker Bibel" ihre erste Hörspielarbeit im
Rahmen der Hörspielreihe des OK Lübeck "Hansekogge,
Schustermeister und ein Mord" entwickelt hatte. Als Produzent
und Co-Autor wirkte
Robin Koch daran mit, der auf der OK-Bühne
sichtlich bewegt den Preis entgegennahm.
In
der Kategorie "Journalistischer Beitrag" gewann Gerd Schult von
der Redaktion Senior & Seniora 50+ aus dem OK Lübeck den ersten
Preis mit einer Reportage zur Verlegung von Stolpersteinen vor der
Lübecker Synagoge durch den Kölner Künstler Gunter Demnig. Den
zweiten Preis erreichte die über 80jährige Ratzeburgerin Anneliese
Kahl mit einem sehr persönlichen, gefühlvollem Gespräch mit einer
Auschwitz-Überlebenden.
Sieger
beim "Aircheck", dem Preis für die beste Moderation wurde
HL-sports, die neue Sportredaktion im OK Lübeck. Den zweiten Platz
erreichte das Blue Beat Spezial des Offbeatkanals von Kiel FM,
dritter Preisträger ist die Sommerakademie von TIDE 96,0 mit
spaßig-hintergründigen Bemerkungen zu Frauenfußballabenden.
Bei
den "Gruppenbeiträgen" wurde das literarische Radioprojekt "20
Jahre danach – Wende und Wiedervereinigung in der Jugendliteratur",
das die Deutschlehrerin Anna Trantow mit ihrer 8. Klasse
der Thomas-Mann-Schule in Lübeck entwickelt hatte, mit einem ersten
Preis ausgezeichnet. Ebenfalls einen ersten Preis erhielt eine
Kindergruppe, die im Rahmen der Sendereihe "Ohrlotsen" bei
TIDE 96,0 sich anläßlich der Hamburger Bürgerschaftswahl mit
eigenen Fragen ganz anders den Politikern genähert hatte, als dies
im professionellen Journalismus üblich ist.
v.l. F. Toelsner, A. Sievers (michel Movie Kids), D. Mohaupt, Dr. I. Klaßen, H. Bülow
In
einer Kategorie "Juniorenbeitrag", der ganz junge Radiomacher
unter 15 Jahren belohnte, gab es zwei zweite und einen ersten Preis.
Hauptpreisträger waren die "Radiofüchse", die sich –
noch vor Fukushima – sehr grundsätzlich mit Atomkraft
auseinandersetzten (FSK 93,0). Die zweiten Preise gingen an die
Michel Movie Kids, die live vom Hamburger Kinderfilmfest berichteten
(TIDE 96,0), und die 3a und 3b der Julius-Leber-Schule in Lübeck,
die die Hörspiele "Die vier Schwestern" und "Essen
gut, alles gut" im Rahmen der Mittelalter-Hörspielkrimis
produziert hatten.
v. l.: F. Toelsner, S. Broda (Lehrerin Julius-Leber-Schule)
In
der Kategorie "Freistil" vergab die Jury einen ersten und einen
zweiten Preis. Gewinner war ein weiteres "Ohrlotsen"-Projekt,
ein Feature der Klasse 6 der Katholischen Schule Altona zum Thema
Obdachlosigkeit. Der zweite Preis ging an das Hörspiel "Liebe
ist nicht nur ein Wort" von
Sylvia Kappellusch, das ebenfalls im
Rahmen der Mittelalter-Hörspiele im OK Lübeck entwickelt wurde.
Als
Redaktion wurde schließlich das Stadtteilradio "Eichholz aktiv"
des OK Lübeck mit einem ersten Preis ausgezeichnet.
"Die
vielen Auszeichnungen für die tollen Projekte von Kindern,
Schülerinnen und Schülern zeigen die Bedeutung, die die
Bürgerradios bei der Vermittlung von Medienkompetenz errungen
haben", freut ich Michael Luppatsch, Leiter des OK
Lübeck. "Und eins hat die HörMöwe 2011 auch gezeigt: Das
Hörspiel lebt, zumindest im Bürgerfunk!"
Zusammen
mit der Preisverleihung feierte der Offene Kanal Lübeck am Sonnabend
auch sein 19jähriges Bestehen. In den Offenen Kanälen in Kiel,
Flensburg, an der Westküste und in Lübeck können alle Bürgerinnen
und Bürger des Landes – unterstützt von den Mitarbeitern und
einem umfangreichen Seminarprogramm – eigene Hörfunk- und
Fernsehbeiträge erstellen. Die HörMöwe wird jährlich in einem der
Offenen Kanäle in Schleswig-Holstein oder einem der Bürgerradios in
Hamburg verliehen.