Offener Kanal Westküste

Insellehrer lernen Radio

09.05.2010
Sonntagmorgen im Computerraum des Gymnasiums Insel Föhr in Wyk. Wo sonst Schülerinnen und Schüler mit PowerPoint-Präsentationen und Word-Dateien kämpfen, brüten heute sieben Lehrkräfte aus Föhr und Amrum über ihren Moderationstexten. Gerade hat OK Referent Jörg Jacobsen die Teilnehmer des Audioführerscheins aufgefordert: "Vergessen Sie alles, was Sie normalerweise Ihren Schülern beibringen: keine Synonyme, keine ausgefeilten Satzkonstruktionen und kein Nominalstil." 'Schreiben fürs Hören' heisst die Theorieeinheit des dreitägigen Radioseminars, das die Pädagogen dazu befähigen soll, zukünftig an ihrer Schule Medienprojekte umzusetzen und das Medium Radio in den Unterricht zu integrieren. Außerdem gibt es jede Menge weiterer Inputs, Praxisphasen und Zeit, sich mit Technik und Audioschnitt-Software vertraut zu machen.

Die Schulung ist Teil des FriiskFunk Projektes vom Offenen Kanal Schleswig-Holstein, Ferring Stiftung und Friesenrat. Gerade wird dafür in Alkersum ein Hörfunkstudio eingerichtet - die Insel-Schulen sollen als Außenstudios mitmachen. Grund für die Offensive im nordfriesischen Inselreich ist die jüngste von der Medienanstalt Hamburg-Schleswig-Holstein (MA HSH) vergebene UKW-Frequenz - 96,7 Megahertz. Sie erweitert das Sendegebiet des OK Westküste um Föhr, Amrum, den südlichen Teil der Insel Sylt und Teile des Festlands bis Bredstedt und einen Teil Niebülls. Während ab September regelmäßig friesischsprachige Beiträge aus dem Studio Alkersum von zwei Redakteuren am Vormittag gesendet werden und über Aktivitäten und Kultur der Friesen informieren, sendet am frühen Nachmittag der FriiskSkuulFunk.
Aus den beteiligten Schulen kommen abwechselnd Beiträge in der regionalen Sprache (Friesisch, Niederdeutsch, Deutsch) oder auf Englisch, Französisch oder Dänisch, was immer an den Schulen gelehrt wird. An diesem Wochenende nehmen die sieben Lehrerinnen und Lehrer jede Menge Anregungen und Hörbeispiele mit nach Hause. Nun haben sie einen Monat Zeit, als "Hausaufgaben" weitere Erfahrungen zu sammeln und das Erlernte in der Schulpraxis umzusetzen.
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